Burnout & Stress

burnout

„Burnout ist auch das Krankheitsbild der Kommunikationsgesellschaft.“
Dr. phil. Miriam Meckel (*1967)

Erklärungsmodelle

Die Ursachen für das Burnout-Syndrom sind vielschichtig und die Symptome multikausal. Ebenso zahlreich sind die Erklärungsversuche dafür und beispielhaft sollen im Folgenden zwei Modelle vorgestellt werden. Da Burnout offenbar auch in engem Zusammenhang mit der Bewältigung von Stress steht, kann zur Erklärung die Stresstheorie von Lazarus herangezogen werden. Im weiteren soll ein empirisch validiertes Modell zur Erklärung des Burnout-Syndroms dargestellt werden, das Johannes Siegrist vor allem für das Auftreten des Phänomens im Management und in Unternehmen untersucht hat.

 

Transaktionales Stressmodell (Lazarus)

Für Lazarus bestehen Stresssituationen aus komplexen Wechselwirkungsprozessen zwischen den Anforderungen der Situation und der jeweils handelnden Person und deren Bewältigungsstrategien.
Dieses Stressmodell differenziert nach der Frage, ob das Individuum glaubt, die Situation kontrollieren zu können und ob die Gefahr höher eingeschätzt wird als die eigenen Kräfte.


So wird ein Individuum mit positivem Selbstbild und hoher Kontrollüberzeugung auf die Umstände einwirken,  die den Stress verursachen. Menschen können gegenüber einem bestimmten Stressor also höchst unterschiedlich anfällig sein.

Verdeutlicht wird dieser Bewertungsprozess anhand folgender vereinfachter Darstellung:

Lazarus

Quelle: Stress-Appraisal-Modell (Lazarus, 1966 (Lazarus: Stress and Emotion. A new Synthesis. Free Association Books, London 1999)

 


effort-reward imbalance model (Siegrist)

Grundlage für das effort-reward imbalance model, kurz ERI, ist der ebenfalls von Siegrist entwickelte Fragebogen zur Erfassung beruflicher Gratifikationskrisen (ERI questionnaire). Hier wird vereinfacht ausgedrückt das Ungleichgewicht zwischen Arbeitsaufwand (effort) und der dazugehörigen Gegenleistung (reward) erhoben. Begleitet wird dieses Ungleichgewicht offenbar häufig durch ein übermäßiges Sich-Verpflichten, bei dem sich die Betroffenen buchstäblich aufopfern und wodurch letztlich das Phänomen Burnout begründet wird.

Verdeutlicht wird auch dieses Modell in der folgenden vereinfachten Darstellung:

Siegrist

Quelle: effort-reward imbalance model (Siegrist, Adverse health effects of high-effort/low-reward conditions. In: Journal of Occupational Health Psychology 1 (1996), S. 27–43 &  Siegrist u. a.: The measurement of effort-reward imbalance at work: European comparisons. In Social Science and Medicine 58 (2004), S. 1483–1499)

Beispiele für  Items nach der englischen Version des ERI-Fragebogens sind:

„Effort“ :

  • „Ich habe permanenten Zeitdruck.“
  • „Ich trage viel Verantwortung.“
  • „Ich werde bei der Arbeit häufig gestört.“
  • „In den letzten Jahren wurde meine Aufgabe immer anspruchsvoller.“


„Reward“:

  • „Ich werde von meinen Vorgesetzten nicht mit dem nötigen Respekt behandelt.“
  • „Bei Schwierigkeiten bekomme ich keine adäquate Unterstützung.“
  • „Ich werde oft unfair behandelt.“
  • „Meine berufliche Zukunft ist unsicher.“

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2012